Glaubensjahr in der Pfarrgemeinde Kastelruth Die 2. Programmhälfte zum Glaubensjahr (Februar bis September 2008) liegt als Broschüre auf! Zur Einstimmung auf das Glaubensjahr in der Pfarrgemeinde Kastelruth hielt Prof. Dr. Arnold Stiglmair einen viel beachteten Vortrag in der Aula der Mittelschule, zu dem die Mitarbeitern/innen der örtlichen Vereine und Verbände und viele Interessierte kamen.
Glauben heißt nach diesem neuen Verständnis von Kirche sich immer wieder neu auf Gott einzulassen und auf ihn zu vertrauen. Religion macht dann Sinn, wenn sie mit Lebensbewältigung zu tun hat. Der glaubende Mensch fühlt sich geliebt und bejaht mit all seinen Stärken und Fehlern. Er weiß, dass es nicht allein auf seine Leistungen ankommt. Ganz so wie es eine alte Bäuerin ausgedrückt hat: „I hon an Hergott gfundn, der mi mog!“ Wie also ganz konkret in Kastelruth den Glauben leben? Nach Stiglmair muss der Austausch von tragenden Glaubens- und Lebenserfahrungen im Mittelpunkt der Pfarrgemeinde stehen. Ein alttestamentliches Beispiel dafür sind die Psalmen, von denen es genau so viele Lob- wie Klagepsalmen gibt. Im Psalm 13 heißt es: „Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? … Wie lange noch muss ich Schmerzen ertragen in meiner Seele, in meinem Herzen Kummer Tag für Tag? …“ Die heilende Kraft des Glaubens liegt darin, die Freude und das Leiden miteinander zu teilen und vor Gott zur Sprache zu bringen. In einem Glaubensjahr stellt sich deshalb die Frage, wo und wie jene Menschen aufgefangen werden können, die in schwierigen Situationen leben. Prof. Stiglmair ermutigte alle Anwesenden weiterhin am Ball zu bleiben, wertvolle Traditionen mit Glauben zu füllen und ehrenamtliche inner- und außerkirchliche Tätigkeiten zu unterstützen und ihnen mehr Wertschätzung entgegen zu bringen. Glaube ist weniger eine Lehre als vielmehr eine Lebenshaltung! Er ist ein ständiges Suchen und Finden im Sinne des nun etwas ergänzten Mottos: „Suchst du noch (hoffentlich) oder glaubst du schon (a bissl)?“ |