Geschichten rund um das Kirchenleben von Kastelrutherzählt von Frau Urthaler
Hier war es Brauch, dass man zum Dekan ging um sich vorzustellen. Die Familie Urthaler ging aber erst nach drei Monaten zu ihm, da sie viel Arbeit hatte das Goldene Rössl, das Gasthaus neben dem Kirchturm, einzurichten. Dekan Obletter kam aus Gröden und wohnte noch im alten Pfarrhaus. Er konnte nicht gut predigen und da gingen die Leute ins Rössl um etwas zu trinken und eine Knödelsuppe zu essen. So gingen die Leute nicht mehr zur Kommunion, da man dafür nüchtern sein musste. Der nächste Dekan hieß Blatter und er war vorher Kooperator gewesen. Er schickte jemanden zum Rössl und der sollte ausrichten, dass wenn die Glocken der Kirche zur Messe läuten, sollte der Wirt sie in die Kirche schicken. Der Wirt aber meinte, er schicke sie erst hinüber, wenn die Glocken nicht mehr vor dem Gasthaus läuten, sondern vor der Kirche. Es hat Familie Urthaler schon immer gestört, dass der Turm wenige Meter vor dem Gasthaus steht. Betrunkene, die eines Abends nicht nach Hause gehen wollten, probierten den Kirchturm zu verschieben. Sie legten ihre Jacken zwischen den Kirchturm und die Kirche und wollten daran messen, wie erfolgreich sie mit ihrer Aktion waren. An der anderen Seite des Kirchturms schoben sie. Umsonst. Es wollte sich einfach nichts tun und der Rösslwirt musste weiterhin mit dem nahen Kirchturm leben. Glocken
Der Turm vor der Restaurierung
Der Turm nach der Restaurierung |