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Geschichte
Ab dem 16. Jh
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Zur Geschichte von Kastelruth

Wer immer das Schlerngebiet kennt, zählt es mit Recht zu den schönsten Gebieten Südtirols. Es ist kein Wunder, wenn diese einmalige Gegend bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war und heute auf eine fast 2000 jährige wechselvolle Vergangenheit zurückblicken kann. Die Herkunft des Namens Kastelruth von Castellum Ruptum (zerstörte Burg), wie auch die innere Dorfanlage mit ihren fast lückenlos aneinander gereihten Häusern und dem weiten, viereckigen, auf allen Seiten von Gebäuden umschlossenen Dorfplatz, lassen erkennen, daß es sich um eine alte römische Anlage handelt, die dem Ort die Anmut und den Liebreiz eines mittelalterlichen Städtchens verleiht.

Der Name Castel Ruptum erscheint zum ersten Male in einer Urkunde der Jahre 928 bis 987, in der Bischof Albuin von Brixen mit dem Bischof Eticho von Augsburg Kircheneinkünfte austauscht. Im Jahre 985 erscheint der Name Castel Ruptum in einer Urkunde, eine Ruine bezeichnend. Wie das Schloß und die Ortschaft in früheren Zeiten geheißen haben, wissen wir nicht; über Aussehen, Bauart und Größe der Burg ist nichts Näheres bekannt. Ohne Zweifel aber stand diese großartige vorgeschichtliche Befestigung auf dem im Norden des heutigen Dorfes gelegenen Schloßberg, Kofel genannt. Nach Ansicht der Geschichtsforscher dürfte das uralte Schloß, diese rätische Festung, wahrscheinlich zur Zeit, als die Römer in unser Land kamen (15 v. Chr.), oder wie andere behaupten, zur Zeit des Slaweneinfalls (617 n. Chr.) zerstört und dann später wieder aufgebaut worden sein. Der wuchtige viereckige Turm auf dem Kofel könnte die Stelle bezeichnen,wo einst das Schloß stand.

Die nächsten fünf Jahrhunderte verlaufen ziemlich bewegt, und Kastelruth wechselt mehrmals seinen Besitzer. Nach den Herren von Kastelruth geht das Gebiet in den Besitz Meinhards II., Grafen von Tirol, über. Dieser wieder überläßt es bald dem Edlen Rupert Maulrappen, Besitzer der Feste Wolkenstein in Gröden. Doch die Linie der Maulrappen stirbt in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus. 1348 wird Herzog Konrad von Teck, Hauptmann an der Etsch, Pfandinhaber von Schloß und Gericht. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts sind Schloß und Landgericht Kastelruth gemeinschaftliches Eigentum der Ritter von Wolkenstein-Trostburg. Ihnen gehören auch Hauenstein und Salegg sowie ausgedehnte Güter. In dieser Zeit erscheinen die ersten abgabepflichtigen Höfe, "Ronsol", "Mutz", "Vall","Mallai in Ratzes", "Psoi in St.Valentin". In der neueren Geschichte von Kastelruth spielen die Kraus von Sala eine hervorragende Rolle. Sie stammen aus Ungarn und sind durch Heirat nach Tirol gekommen. Michael Kraus war Großherr und Edler am Plattensee.